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Upcycling Projekt: ein Kleidchen aus Jeans

Ich war noch nie gut im Ausmisten und Wegwerfen – ich finde es einfach zu schade, Dinge, die noch gut sind, weg zu werfen. Schon als Kind hab ich allerlei Schachteln und Krims Krams aufbewahrt, um daraus noch was zu basteln. Daher bewahre ich auch ausgemusterte Kleidung in einer Kiste auf, und das Durchsehen der Kiste hat mich nun dazu inspiriert, endlich mal aus alten Jeans ein Kleid für meine Tochter zu nähen.

Schon länger sammle ich auf meiner Pinterest Seite Inspirationen zum Jeans Upcycling. Den Rock, der aus einer Hose genäht wird, kennt ja mittlerweile schon jeder. Nicht, dass ich den nicht gut finden würde, aber ich wollte jetzt mal was anderes versuchen. Und weil meine Maus so gerne Kleider trägt (und immer noch so schnell wächst), war schnell klar, dass es ein Kleid werden muss.

Die Herausforderung liegt meines Erachtens im Jeans Upcycling einerseits natürlich, die Schnitteile richtig raus zu bekommen. Andererseits finde ich persönlich es wichtig, dass es nicht zusammen „geschachtelt“ wirkt, sondern der Patchworkeffekt als Design Feature zu nutzen und gleichzeitig nicht zu viel zu wollen. Klarerweise reizt das Thema dazu, die unterschiedlichen Teile einer Jeans auch zu verwenden, und dann am Besten noch in völlig neuer Weise und super kreativ, aber es kann auch schnell zu viel werden. Wie dem auch sei, Geschmäcker sind natürlich verschieden, hier somit eine kurze Anleitung, wie ich vorgegangen bin:

Ich habe von 2 Jeans, die am Bein gut intakt waren, die Hosenbeine verwendet. Dazu hab ich die äußeren Beinnähte aufgetrennt, die innere (in einem Fall war die Jeans-typisch abgesteppt) habe ich belassen.

Die beiden Jeans hatten keine Löcher an den Knien – bei mir eher ungewöhnlich

Ein ganz normaler Schnitt für ein ärmelloses Kleidchen wurde für das Design etwas abgewandelt: ich wollte die Seitenteile aus der einen Hose machen und Vorder- bzw. Rückenteil aus der anderen Hose. Damit ich den Saum der einen Hose im Seitenteil aber auch nutzen könnte, wäre es wichtig, dass der Seitenteil am Armloch möglichst gerade zur Seitennaht verläuft. Dieses eckige Design des Armloches hab ich dann am Halsausschnitt wiederholt, fand ich einfach harmonischer. Die Seitenteile hab ich dann so zugeschnitten, dass sich die Seitennähte direkt treffen bzw. mit der belassenen Naht der Hose übereinstimmen.

Links Vorderteil, rechts Rückenteil – Achtung: das ist keine maßstabsgetreue Skizze sondern soll nur den Vorgang der Schnittadaption skizzieren!

Als das Kleid fertig war, sah es ja ganz nett aus, aber trotzdem irgendwie langweilig. Ich wollte die Hosentaschen verwenden, aber die sind ja genietet und einerseits muss man die dann raus bekommen, ohne alles zu ruinieren, und dann ist ja danach immer noch das Loch…. Meine Tochter hatte da eine ganz großartige Idee: Ich habe die Taschen einfach mitsamt dem Stoff, auf den sie genäht sind, ausgeschnitten (1 cm Zugabe neben den Taschenkanten) und direkt so auf das Kleid aufgesteppt (am Besten mit einem Reißverschlussfuß ganz knapp neben der Tasche). Noch die Zugabe etwas ausfranseln – sieht toll aus!

Ohne die aufgesetzten Taschen wäre es fast ein bißchen langweilig gewesen…. Und ein lustiger Button musste dann nach Meinung meiner Tochter auch noch rauf

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