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Das Frida Kleid – Teil 3

Das Nähen des Frida Kleides ging deutlich schneller, als ich erwartet hatte. Vornehmlich deshalb, weil der Paillettenstoff viel einfacher zu verarbeiten war, als ich ursprünglich angenommen hatte.

Ich habe im Vorfeld dazu recherchiert, was man bei der Verarbeitung von Paillettenstoffen beachten sollte – dazu gibt es einige Tutorials auf Youtube und anderen Webseiten. Beinahe überall wurde erklärt, dass man die Pailletten vor dem Nähen abtrennen müsse und nach dem Schließen der Nähte wieder von Hand annähen müsse. Nun ja, ich habe offenbar einen anderen Stoff erwischt: ich habe dann kurzer Hand einige Proben gemacht – Schneidprobe, Nähprobe, Bügelprobe und eine Bügelprobe mit Vlies – und es hat sich herausgestellt, dass alles bis auf das Schneiden des Stoffes gar kein Problem ist.

Für den Zuschnitt hab ich allerdings unsere Haushaltsschere genommen, da wollte ich meine teuren Scheren nicht verwenden. Zweimal habe ich das an kleinen Stellen vergessen, und schon hab ich mit der von mir verwendeten Stoffschere Probleme mit der Schärfe…. Selbst Schuld…

Der Frida Stoff ist interessanterweise längselastisch, kein bißchen querelastisch. Ich habe daher auf die Armlochkanten Vlieseline Formband angebracht, damit der Ärmel auch schön sitzt und nichts ausliefert.

Dann hab ich alle Abnäher geschlossenen und diese vorsichtig mit Bügeltuch (sonst hätte wohl auch mein Bügeleisen gelitten) gepresst. Schon konnte ich alle Seiten- und Schulternähte schließen und die Ärmel einsetzen.

An dieser Stelle möchte ich ein kurzes Plädoyer für den Paillettenstoff halten, denn das lief alles wirklich easy, vor allem das Einsetzen der Ärmel, wo ich bei anderen Stücken zugegeben hin und wieder Fluch-Tiraden los lasse. Durch die unregelmäße Oberfläche verzeiht der Stoff sehr viel – auf dem folgenden Foto sieht man die Abnäher an der Brust, oder man sieht sie eben kaum.

Beim Einsetzen der Ärmel kommt der Näherin zu Gute, dass die Pailletten, die ja steif sind, auf einem Netzstoff aufgebracht sind, der ziemlich weich ist. Das führt dazu, dass der Ärmel sich regelrecht ins Armloch schmiegt und das Einsetzen meines Erachtens extrem erleichtert.

Was den Reißverschluss in der rückwärtigen Mitte angeht, hab ich etwas gegrübelt. Die Verkäuferin im Stoffgeschäft hat mir zuerst einen verdeckten Reißverschluss angeboten. Den wollte ich aber nicht, ich hätte Angst, dass man das Kleid kaum zu bringt, weil sich ja ständig die Pailletten umlegen und in in die Öffnung stehen könnten.

Mir schwebte zuvor ein sichtbar eingesetzter, pinker Reißverschluss als Kontrast vor. Aber ich habe dann befürchtet, dass das “too much” werden könnte, schließlich ist es ein relativ figurbetonter Schnitt und ein auffälliger Stoff, da könnte ein sichtbarer Reißverschluss, noch dazu in Pink, etwas billig wirken.

Trotzdem hab ich den Nahtreissverschluss, den ich schlussendlich gewählt habe, in Pink genommen. Da die Kanten trotz sorgfältiger Einarbeitung nicht so liegen, wie ich es mir vorgestellt habe, blitzt immer wieder Pink hervor – ich würde das nicht mehr machen. Aber jetzt ist er schon drin und gut ist es.

Ich habe dann also die rückwärtige Mitte bis zum Ende des Reißverschlusses geschlossen und vorübergehend auch die Länge wo der Reißverschluss sitzen sollte, allerdings mit großen Stichen. Dann fleißig bügeln (mit Bügeltuch!!!) und den Reißverschluss korrekt drunter legen und feststecken. Dann hab ich mit der Nähmaschine den Reißverschluss nur an den Nahtzugaben fixiert.

Im Anschluss habe ich dann den Reißverschluss von Hand angenäht – durch den Punkstich nach außen und die Pailletten ist das völlig unsichtbar.

Schön hat das innen nicht ausgesehen, aber da kam dann ohnehin das Futter drüber. Was ich unbedingt empfehlen würde ist, eine Vlieseline Einlage zuvor auf die Stoffkante, an der der Reißverschluss sitzt, zu bügeln. Das hab ich nicht gemacht und ich werde das im Nachhinein wohl noch ändern, damit sich dort die Kanten schön über die Raupe legen.

Nächster Schritt: das Futter zuschneiden, nähen und einpassen. Ich habe hier gerade mal den Ausschnitt mit der Maschine genäht, den Rest habe ich von Hand eingepasst.

Meines Erachtens geht das einfacher und dadurch auch irgendwie schneller und es gibt kaum was Schlimmeres als schlecht eingepasstes Futter, das kann das ganze Stück zunichte machen.

Natürlich habe ich sämtliche Saumaufschläge ebenfalls händisch angenäht.

Et voila! Das Foto wurde kurz vor der Veranstaltung aufgenommen, mit neuer Frisur und den passenden Ohrringen. Ich war ganz glücklich mit meinem Outfit an diesem Abend. Wie gefällt es dir?

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