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Toller Stoff + einfacher Schnitt = luftiges Sommerkleid

Mein Mann ist dazu übergegangen, mir zu Anlässen Stoffe zu schenken. Er überrascht mich mit von ihm ausgewählten Stoffen und macht mir damit immer doppelte Freude, denn erstens hat er wirklich guten Geschmack und die Stoffe sind immer exquisit, zweitens kann ich dann stundenlang überlegen, was ich daraus nähen könnte, und das macht so viel Spaß!

Zum Geburtstag habe ich unter anderem einen Print Stoff aus einem Seide-Baumwolle-Gemisch im Stile von Etro bekommen. Dieser besondere Stoff hat mich gedanklich immer wieder beschäftigt, denn der Druck mit der besonderen bedruckten Kante wäre sicherlich für viele Kleidungsstücke passend. Ich habe mich aber schlußendlich für ein ganz schlichtes, gerade geschnittenes Kleid entschieden. Einerseits finde ich, dass so der Druck erst richtig schön zur Geltung kommt, aber auch weil es zu meinen derzeitigen Lebensumständen am Besten passt. Außerdem hat sich gezeigt, dass die Stoffmenge nicht so groß war, dass sie für alle Projekte geeignet wäre.

Bei der Schnittkonstruktion bin ich von einem Kimono ausgegangen, habe aber nur geringfügig Ärmel stilisiert, die ich auch abgerundet habe. Das Kleid hat keinerlei Taillierung – die Weite entspricht durchgehend dem Hüftumfang plus Weitenzugabe. Ganz easy also, von der Schnittzeichnung über das Nähen bis hin zum Tragekomfort – gerade an so extrem heißen Tagen, wie sie derzeit vorherrschen.

Trotzdem kann man – oder besser sollte man – durch die richtige Verarbeitung so einem einfachen Kleid ein hochwertiges Erscheinungsbild geben. Hier wären das konkret:

1. Keine welligen Nähte durch Differentialtransport: Pfaff Maschinen sind mit IDT ausgestattet, will heißen man kann den Differentialtransport verändern und den Oberstoff mit transportieren lassen, das imitiert Industrie Maschinen. Bei schwer zu verarbeitenden Stoffen wie Seide ist das extrem hilfreich. Man braucht einfach nur die Vorrichtung hinter dem Nähfuß runter zu klappen – et voila! Beim Versäubern mit der Overlock soll man übrigens ebenfalls den Differentialtransport angleichen, so dass keine welligen Nähte entstehen.

2. Exakte Muster Anpassung : beim Zuschnitt habe ich darauf geachtet, dass die Druckkante exakt liegt und natürlich auch beim Nähen.

So sollte das aussehen :

3. Handgenähter Saum : den Saum habe ich mit einem Schrägband gestürzt und innen von Hand mit einer gaaaaanz dünnen Nähnadel angenäht, so dass außen nichts davon zu sehen ist.

4. Exakte Nähte: den Besatz habe ich im Abstand von 3cm zur Ausschnittkante abgesteppt. Aus dekorativen Gründen wollte ich nicht von Hand nähen, sondern mit der Maschine. Damit das aber auch wirklich dekorativ wird, müssen die Nähte exakt und gerade sein.

So erkennt man auch bei einem “einfachen” Kleid, dass es was Besonderes ist – und das trägt sich dann noch besser 😉

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